top of page

IT-Infrastruktur: Warum sie plötzlich Chefsache ist

Lange Zeit war IT-Infrastruktur ein klassisches Backoffice-Thema. Server mussten laufen, Systeme stabil bleiben, Sicherheitslücken geschlossen werden. Solange alles funktionierte, sprach kaum jemand darüber.


Das hat sich komplett verändert.


Heute entscheidet IT-Infrastruktur direkt darüber, wie schnell ein Unternehmen wachsen kann, wie gut es mit KI arbeitet und wie krisenfest es ist. Sie ist nicht mehr nur ein Kostenfaktor im Hintergrund, sondern ein strategischer Erfolgsfaktor.


Eine aktuelle Studie mit CEOs und IT-Führungskräften zeigt, wie stark sich die Rolle verändert hat:


Erkenntnis aus der Studie

Bedeutung für Unternehmen

80 % sehen IT-Infrastruktur als zentral für ihre Geschäftsziele

IT ist kein Support mehr, sondern Grundlage für Wachstum

80 % berichten von stark gestiegenen Anforderungen

Mehr Druck durch KI, Cloud und digitale Produkte

83 % spüren mehr persönlichen Erwartungsdruck

IT-Leiter stehen stärker im Fokus der Geschäftsleitung

Kurz gesagt: Ohne stabile, moderne Infrastruktur gibt es heute keine Innovation mehr.


Symbolbild für IT-Infrastruktur und künstliche Intelligenz als strategischer Erfolgsfaktor für Unternehmen
IT-Infrastruktur entwickelt sich vom unsichtbaren Backoffice-Thema zum strategischen Treiber für Wachstum, KI-Einsatz und digitale Innovation.

Was Chefs heute wirklich von der IT erwarten


Viele Geschäftsleitungen verstehen IT noch immer als eine Art Black Box. Sie wissen, dass sie wichtig ist, aber nicht genau warum. Gleichzeitig steigen die Erwartungen enorm.

Drei Punkte stehen besonders im Zentrum.



1. Mehr Transparenz statt Technik im Verborgenen


Viele CEOs haben das Gefühl, nicht wirklich zu wissen, wie leistungsfähig oder riskant ihre IT-Landschaft ist. Das sorgt für Unsicherheit.


Problem

Folge

Komplexe, schwer verständliche IT-Strukturen

Vertrauen sinkt

Wenig Einblick in Risiken und Abhängigkeiten

Entscheidungen werden vorsichtiger

IT erklärt Dinge zu technisch

Business versteht den Nutzen nicht


61 % der IT-Führungskräfte berichten sogar von Frustration auf Chef-Ebene, weil zu wenig Einblick vorhanden ist.



2. Proaktiv handeln statt nur Probleme lösen


Früher war IT oft reaktiv: Wenn etwas kaputtging, wurde es repariert. Heute reicht das nicht mehr.


Unternehmen erwarten, dass IT aktiv mitdenkt:


  • Welche Systeme brauchen wir in drei Jahren?

  • Wo können wir KI sinnvoll einsetzen?

  • Welche Infrastruktur brauchen neue Geschäftsmodelle?


Die IT soll nicht nur betreiben, sondern mitgestalten.



3. Fokus auf Business statt auf Technik


Ein CEO interessiert sich nicht für Fachbegriffe oder Systemdetails. Entscheidend ist:


  • Spart es Kosten?

  • Bringt es Wachstum?

  • Reduziert es Risiken?

  • Macht es uns schneller?


IT-Sprache

Business-Sprache

„Wir führen ZTNA ein“

„Wir reduzieren Sicherheitsrisiken messbar“

„Wir migrieren in die Cloud“

„Wir werden schneller und flexibler“

„Wir modernisieren die Architektur“

„Wir können schneller neue Produkte lancieren“


Der Inhalt ist derselbe. Die Wirkung eine völlig andere.



Die Realität: Grosse Erwartungen, wenig Ressourcen


Die spannende Erkenntnis aus der Studie: Die IT ist bereit, strategischer zu arbeiten. Aber oft fehlen die Mittel.


Aussage der IT-Verantwortlichen

Anteil

Fühlen sich personell und finanziell gut ausgestattet

Nur 18 %

Halten Erwartungen für teilweise unrealistisch

Mehr als 50 %

Fühlen sich von wichtigen Entscheidungen ausgeschlossen

63 %

Haben durch Cloud/Services weniger Kontrolle

52 %


Das zeigt ein klares Spannungsfeld:Die Bedeutung steigt. Die Unterstützung nicht immer im gleichen Tempo.



Fünf Dinge, die IT-Teams jetzt anders machen müssen


Die Studie zeigt auch, was konkret hilft, um vom „Technik-Verwalter“ zum strategischen Partner zu werden.


1. Früher mitreden


IT sollte nicht erst eingebunden werden, wenn neue Tools bereits beschlossen sind. Sondern schon dann, wenn über KI, Cloud oder neue digitale Angebote nachgedacht wird.



2. Komplexität reduzieren


Viele Unternehmen haben über Jahre Systeme aufgebaut, die kaum noch jemand komplett überblickt. Vereinfachung schafft Vertrauen und spart Kosten.



3. Sichtbarkeit schaffen


Ein klares, verständliches Dashboard für die Geschäftsleitung kann viel verändern:


  • Wo stehen wir?

  • Wo liegen Risiken?

  • Wo investieren wir sinnvoll?



4. KI sicher möglich machen


Unternehmen wollen KI einsetzen, haben aber Angst vor Datenlecks. Hier spielt die Infrastruktur eine Schlüsselrolle:


  • Daten schützen

  • Zugriffe steuern

  • Systeme stabil betreiben



5. In der Sprache des Business sprechen


Der wichtigste Hebel ist oft der einfachste:Nicht erklären, was technisch gemacht wird. Sondern, was es bringt.



Warum das Thema so wichtig ist wie nie zuvor


Früher konnte ein Unternehmen auch mit mittelmässiger IT erfolgreich sein. Heute wird das schwieriger.


Infrastruktur beeinflusst direkt:


Bereich

Einfluss der IT-Infrastruktur

Wachstum

Schnelligkeit bei neuen Produkten

Innovation

Möglichkeit, KI zu nutzen

Sicherheit

Schutz vor Angriffen und Datenverlust

Mitarbeitende

Effiziente digitale Arbeitsplätze

Wettbewerb

Wer schneller reagiert, gewinnt


Deshalb rückt IT näher an die Geschäftsleitung. Nicht als Support-Funktion, sondern als strategischer Motor.



Fazit


Die Rolle der IT-Infrastruktur verändert sich gerade grundlegend.


Was früher im Hintergrund lief, sitzt heute mit am Tisch, wenn es um Strategie, Wachstum und Zukunft geht. Wer es schafft, Technik mit echtem Business-Nutzen zu verbinden, wird vom Betreiber zum Mitgestalter des Unternehmenserfolgs.


Oder einfacher gesagt:Die wichtigste IT arbeitet nicht mehr nur im Serverraum, sondern in den Köpfen der Führungsetage.



Über den Autor Mike Anderson


Mike Anderson ist Chief Digital & Information Officer und Leiter des Strategy Office bei Netskope. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Leitung von Technologie- und Transformationsprojekten. Zuvor war er unter anderem CIO bei Schneider Electric und CROSSMARK und verantwortete dort zentrale Digitalisierungsinitiativen.


Er wurde unter anderem mit dem ORBIE Award 2025 ausgezeichnet, in die „Business Transformation 150“ von Constellation Research aufgenommen und zählt laut National Diversity Council zu den 50 einflussreichsten CIOs. Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagiert er sich als Speaker, Autor und Fürsprecher für mentale Gesundheit sowie die Förderung von Fachkräften in Technologieberufen.


Mike Anderson
Mike Anderson


Kommentare


bottom of page