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Software Defined Storage: Generalüberholte Enterprise-Hardware ohne Risiko nutzen

2. Sept.
4 Min. Lesezeit

TL;DR


  • Enterprise-SSDs sind allein im ersten Quartal 2026 um 53 bis 58 % teurer geworden, Lieferzeiten für Standard-Server liegen inzwischen bei sechs bis acht Wochen, bei High-End-Konfigurationen bei sechs Monaten oder mehr.

  • Generalüberholte Enterprise-Hardware ist sofort verfügbar und 30 bis 70 % günstiger, vorausgesetzt die Storage-Software ist wirklich hardwareunabhängig.

  • Scality (RING, heute Scality ADI) läuft seit jeher auf Standard-x86-Servern beliebiger Hersteller und Generationen, neue und generalüberholte Nodes lassen sich im selben Cluster kombinieren.

  • Ausfallsicherheit ist dabei eine Software- und keine Hardwarefrage: Ein richtig konzipiertes verteiltes System behandelt den Ausfall einzelner Komponenten als Normalfall, nicht als Krise.

  • Der Einsatz generalüberholter Hardware zählt zu den wirkungsvollsten Nachhaltigkeitsmassnahmen einer IT-Organisation, da ein Grossteil der Lebenszyklus-Emissionen bereits bei der Herstellung entsteht.


Serverschrank mit gebündelten Glasfaser- und Netzwerkkabeln in einem Rechenzentrum
Softwaredefinierter Storage macht Rechenzentren unabhängig davon, welche Hardware im Rack steckt.

Lieferzeit statt Preis als eigentliches Problem


Generalüberholte Enterprise-Hardware ist innerhalb weniger Tage verfügbar, nicht erst nach mehreren Quartalen. Für softwaredefinierten Speicher (Software Defined Storage) wird sie bereits unterstützt.

Eine Tiering-Strategie über Flash, HDD und Tape kann dazu beitragen, das Budget in einem Markt zu schützen, in dem steigende NAND-Preise sowie die zunehmend kontingentierte Verfügbarkeit von Premium-Medien für zusätzlichen Kostendruck sorgen.


Doch es gibt noch eine weitere Möglichkeit, die Auswirkungen des aktuellen Lieferengpasses zu reduzieren. Für viele Unternehmen ist die Lieferzeit dabei inzwischen ein grösseres Problem als der steigende Preis. Denn die grössten Kosten entstehen nicht durch den Preis neuer Hardware, sondern durch die Zeit, bis die Lieferung tatsächlich erfolgt.


Ein Standard-Enterprise-Server, der 2024 noch innerhalb von zwei bis drei Wochen geliefert werden konnte, benötigt heute etwa sechs bis acht Wochen, und das ist bereits der bestmögliche Zeitrahmen. Bei High-End-Konfigurationen mit umfangreichem Speicher werden Kunden, die nicht an der Spitze der Priorisierung stehen, inzwischen mit Lieferzeiten von sechs Monaten oder mehr konfrontiert. Gleichzeitig sind die Vertragspreise für Enterprise-SSDs allein im ersten Quartal 2026 um einen Rekordwert von 53 bis 58 % gestiegen. Speicherintensive Beschaffungen liegen damit 30 bis 60 % über dem Preisniveau von 2024.


Wenn die Kapazitätserweiterung von einer Bestellung abhängt, die erst in zwei Quartalen geliefert wird, folgt daraus kein Beschaffungs-, sondern ein Geschäftsproblem.

Glücklicherweise gibt es eine weitere Option. Generalüberholte Enterprise-Hardware unterliegt nicht denselben Lieferzeiten. Sie ist bereits produziert, umfassend getestet und auf Lager. Grosse Anbieter verfügen über umfangreiche Bestände an generalüberholten Servern und Komponenten, sodass verfügbare Systeme noch am selben oder am nächsten Werktag verschickt werden können. In der Regel liegen die Kosten für generalüberholte Hardware 30 bis 70 % niedriger.


Damit stellt sich für die meisten Unternehmen letztlich eine andere Frage: nicht Verfügbarkeit oder Preis, sondern Vertrauen. Kann ich Produktions-Workloads auf generalüberholter Enterprise-Hardware betreiben? Mit der richtigen Speichersoftware lautet die Antwort: Ja. Und zwar aus einem entscheidenden Grund.


Software Defined Storage: Der Speichersoftware sollte es egal sein, woher die Hardware stammt


Scality ist seit dem ersten Tag softwaredefiniert und hardwareunabhängig. Die technologische Grundlage von RING und heute Scality ADI läuft auf standardmässigen x86-Servern verschiedener Hersteller, völlig unabhängig davon, ob die Hardware neu oder generalüberholt ist. Das bedeutet: keine proprietäre Appliance, keine eingeschränkte, von einem einzelnen OEM vorgegebene Hardware-Kompatibilitätsliste und keine Anforderung, dass alle Nodes im System identisch sein müssen.


Viele Scality-Kunden betreiben bereits Cluster, in denen Server unterschiedlicher Generationen innerhalb derselben Bereitstellung kombiniert werden. Das Hinzufügen generalüberholter Nodes zu einem Cluster ist operativ nicht anders als das Hinzufügen neuer Nodes.


Wenn eine bevorzugte SKU sechs Monate lang nicht verfügbar ist, können am Sekundärmarkt verfügbare Systeme bereitgestellt und neue Hardware integriert werden, sobald sie eintrifft, ohne auf ein bestimmtes Servermodell zu warten.


Ausfallsicherheit ist eine Softwarefrage


Die berechtigte Sorge bei generalüberholter Hardware gilt dem Ausfall einzelner Komponenten. Laufwerke und Server, die bereits ein erstes Nutzungsleben hinter sich haben, fallen etwas häufiger aus als fabrikneue Geräte. Ein herkömmliches Dual-Controller-Array betrachtet einen solchen Ausfall als Krise. Ein richtig konzipiertes, verteiltes System betrachtet ihn hingegen als ganz normalen Dienstag.


Die entsprechende Engineering-Philosophie ermöglicht eine Datenausfallsicherheit von bis zu "11 Nines" auf Standardhardware. Die Software unterscheidet nicht zwischen einem brandneuen und einem generalüberholten Laufwerk. Sie geht schlicht davon aus, dass jede Komponente irgendwann ausfallen wird, und ist genau für diesen Fall konzipiert.

In Umgebungen mit 6, 12 oder 24 Servern, und erst recht in Deployments mit mehr als 100 Servern, fällt der Ausfall einer einzelnen generalüberholten Komponente statistisch kaum ins Gewicht.


Das gilt unabhängig davon, woher ein Server stammt. Scality hat Standardhardware bereits vor mehr als einem Jahrzehnt auf Enterprise-Niveau gebracht, mit Software, die von Anfang an darauf ausgelegt war, mit Ausfällen im Hardwarebereich umzugehen. Generalüberholte Hardware stellt daher keinen Sonderfall dar, sondern eine weitere Anwendung desselben Prinzips.



Der Nachhaltigkeitsbonus


Es gibt einen dritten Vorteil, der zunehmend an Bedeutung gewinnt: Der Einsatz generalüberholter Hardware zählt zu den wirkungsvollsten Nachhaltigkeitsmassnahmen, die eine IT-Organisation ergreifen kann.


Im Jahr 2022 fielen weltweit 62 Millionen Tonnen Elektroschrott an. Bis 2030 soll diese Menge auf 82 Millionen Tonnen steigen. Weniger als ein Viertel davon wird nachweislich ordnungsgemäss recycelt. Bei IT-Geräten entsteht ein erheblicher Teil der über den Lebenszyklus anfallenden CO₂-Emissionen bereits bei der Herstellung. Genau deshalb räumt die Kreislaufwirtschaft der Wiederverwendung einen deutlich höheren Stellenwert ein als dem Recycling. Jeder generalüberholte Server, der weiter eingesetzt wird, ist ein Server, der nicht neu produziert werden musste.


Wenn Unternehmen Ziele zur Reduzierung der Scope-3-Emissionen verfolgen, können eine längere Lebensdauer der Hardware sowie der Einsatz generalüberholter Hardware mehr bewirken als eine Optimierung des PUE-Wertes für sich genommen. In diesem Markt sind die nachhaltige und die wirtschaftliche Entscheidung praktisch identisch.



Die Quintessenz: Auf neue Hardware zu warten, die nicht benötigt wird, macht keinen Sinn


Ist innerhalb der nächsten 12 Monate eine Storage-Erweiterung geplant, sollten drei Fragen im Fokus stehen:


  • Ist meine Storage-Software tatsächlich hardwareunabhängig, oder bin ich an die Rückstands- und Warteschlange eines einzigen OEMs gebunden?

  • Ist das Notfallkonzept meiner Plattform robust genug, um den Ausfall einzelner Komponenten so zu bewältigen, dass der Einsatz generalüberholter Hardware keinen Sonderfall darstellen würde?

  • Was würde es für den generellen Zeitplan und das Budget meines Projekts bedeuten, wenn ich bereits innerhalb von Wochen statt innerhalb von Quartalen bereitstellen könnte?


Die Lieferketten sind turbulent. Der Zeitplan zur Bereitstellung muss es nicht sein. Generalüberholte Hardware bietet eine Möglichkeit, die Auswirkungen des aktuellen Engpasses dramatisch zu reduzieren.

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